alles erstrahlt…

…in dezentem grau. ich hätte nicht gedacht, dass es mehrere stunden dauert, aber die arbeit hat sich wohl gelohnt. ich habe in stundenlanger kleinarbeit, begleitet von serverfehlern aus meinen inzwischen recht zahlreichen alben 70 fotos für den header hochgeladen. wenns schon mal nichts zu lesen gibt, gibts wenigstens was zu gucken. die fotos sind natürlich alle aus eigenproduktion, das älteste ist vier jahre alt, die jüngsten sind gerade gestern abend entstanden.

ich war mit meiner schwester unterwegs, um ein paar nachtbilder von anklam zu machen. anderthalb stunden im nieselregen waren jetzt nicht so prickelnd, aber ich finde, es hat sich gelohnt.

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das schönste am üben…

…ist das pausemachen. angesichts des sonnenscheins und des beethovens und mendelssohns überdrüssig, beschloss ich, das klavier klavier sein zu lassen und rauszugehen. der wind blies mir ins gesicht – egal wohin man geht, er bläst einem immer ins gesicht – und wehte, wenigstens für ein paar minuten, die vielen schwarzen kuller mit den strichen und fähnchen dran aus meinen gedanken.

doch was tun mit der mir selbst abgerungenen freiheit? kaffee! auf zum bäcker, ein großer café crema zum mitnehmen. der vorsatz, nichts zu essen zu kaufen wurde vom unerwarteten angebot von karamell-muffins zunichtegemacht.

mit den frisch erbeuteten glücklichmachern gings richtung ryck. da saß ich nun, genoss heißen kaffee, einen unglaublichen, karamellgefüllten muffin, den blick aufs wasser, den wind und die sonne in meinem gesicht. ganz perfekt wars leider nicht. am kaffee verbrannte ich mir erstmal die zunge und kurze zeit später wurde der halbvolle kaffeebecher von einem windstoß hinweggefegt. erwartungsgemäß blieb der kaffee nicht im becher, sondern wurde großflächig auf dem pflaster verteilt. nun ja. der größte luxus war eh die zeit des nichtstuns.

der märz…

…ist fast vorbei und irgendwie gibt es kaum was zu erzählen. ich habe meine kehlkopfentzündung nach einer zweieinhalbwöchigen therapie endlich ganz überwunden. die therapie bestand aus inhalation und bestrahlung. letzteres war schon ein bisschen unheimlich. man bekommt eine schwarze scheibe aufs gesicht gerichtet, ein kasten rattert vor sich hin und man weiß, da kommen mikrowellen raus, die das innere gewebe erwärmen sollen, aber man merkt nichts davon.

“war alles in ordnung letztes mal? dann erhöhen wir die strahlendosis heute.”

ansonsten musste ich zusehen, dass ich meine stücke mal übe, denn im februar blieben nur drei tage dafür. so verstrichen tage und wochen und plötzlich haben wir ende märz. jetzt muss ich all die projekte stemmen, für die ich so unbesorgt zugesagt hatte. das projekt, auf das ich mich am meisten gefraut hatte – die passionsmusik in anklam – fällt leider wegen krankheit aus. dabei war es das konzert mit den besten honoraraussichten. jetzt bleibt nur noch eine kinderchorkantate, bei der ich (als renommierter orffer – hahaha) xylophon spielen soll und ein stück alte musik, das mitte april aufgeführt und jetzt intensiv geprobt wird. das reizvolle ist, dass wir das stück (eine vesper von einem barocken, österreichischen komponisten) mit historischen instrumenten aufführen und von einem musikwissenschaftler bei uns gerade erst rekonstruiert und herausgegeben wurde.

mir bleibt noch eine woche in freiheit, dann beginnt das neue semester. schon das sechste. ich muss mir langsam gedanken machen, wie ich improvisieren lerne.

ich bin jetzt besitzter eines ministativs. jetzt kann ich endlich unverwackelte nachtbilder machen. das hab ich auch gleich getan.

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der deutschlandreise zweiter teil…

…führte mich nach falken in der nähe von eisenach. dort wohnt ein kommilitone und ich und drei andere besuchten ihn, um ein amtliches männerwochenende zu verbringen. das begann am freitagabend mit männerchor. in thüringen läuft das ein bisschen anders als hierzulande. das singen ist nur der anlass, sich zum trinken zu treffen. naja, geprobt wird auch, aber in regelmäßigen abständen werden leere gläser gegen volle getauscht und da war kein wasser drin. der chorleiter ist selbst laie und hat recht wenig ahnung. da war es ziemlich unterhaltsam, ihn zu beobachten. aber der chor funktioniert und die geselligkeit ist das, was zählt.

wir (die studenten) mussten uns aber ein wenig zurückhalten, denn wir haben dann noch ein kleines programm dargeboten und viel applaus und anerkennung geerntet.

nach unserer kleinen konzerteinlage zogen wir vom alibi-nichtraucherbereich in den eigentlichen kneipenraum um und es ging eigentlich weiter wie in der chorprobe, nur ohne das singen. der rest des abends ist etwas verschwommen…

der samstag war kurz. ich war sehr “müde” vom vorabend, der sich doch recht weit in die nacht zog, und bin erst am späten nachmittag aufgestanden. wir wollten uns eigentlich eisenach ansehen, aber da wir alle ziemlich “müde” waren, beschränkten wir uns auf das bach-haus. das war wirklich wahnsinnig interessant und wenn es sich ergibt, muss ich da noch mal hin. wir kamen gerade rechtzeitig, für ein kleines vorspiel auf verschiedenen tasteninstrumenten (teils historisch, teils nachgebaut). die ausstellung ist sehr gut aufgebaut, mit interessanten texten und vielen hörstationen.

während die anderen drei am sonntag wieder abfuhren, konnte ich mir noch falken und die orte in der umgebung ansehen. eine burg, ein aussichtsturm der vorher stasi-abhörturm war, ansonsten bäume und schöne blicke auf die landschaft.

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besonders interessant war schrapfendorf, ein ort, der aus einem gebäude besteht und zur zeit ungefähr zwei bis sechs einwohner hat.

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am montag fuhr auch ich dann wieder richtung norden, allerdings nicht nach greifswald, sondern erst mal nach berlin, um eine freundin zu besuchen. wir wollten uns noch mal treffen, bevor sie für ein paar wochen nach kenya verschwindet. vorgestern flog sie ab. wir brachten uns gegenseitig auf den neuesten stand, sie zeigte mir die humboldt-uni und ich verbrachte eine lange zeit in der klassik-abteilung von dussmann, auf der suche nach aufnahmen von bachs h-moll-messe und bachs motetten. ich wollte nicht irgendwelche, sondern aufnahmen in guter qualität und möglichst auf dem aktuellen stand der historisch informierten aufführungspraxis. gab es auch, nur leider teuer. ich überlegte hin und her, hörte diverse cds an. eine sehr schöne, leider ziemlich teure aufnahme von 2011? oder für weniger geld vom selben dirigenten, allerdings bald 20 jahre alt? kompromiss oder nicht? am ende kaufte ich nichts.

dienstagabend verabredeten wir uns mit noch einer schulfreundin und verbrachten einen langen, entspannten abend.

am mittwoch fuhr ich dann richtung greifswald. jetzt bin ich hier. ich würde gern ein paar tage nach anklam, aber ich habe ständig termine hier und so mache ich aus der not eine tugend und nutze die zeit zum üben.

an manchen tagen…

…sollte man lieber im bett bleiben. freitag war so ein tag, doch zunächst die vorgeschichte. als die vorlesungszeit zuende ging, hatte ich das dringende bedürfnis, mal aus greifswald rauszukommen. leider war es mir wegen diversen terminen und unter anderem auch wegen des ärgers mit den haushaltsplänen in den ersten zwei wochen der semesterferien nicht vergönnt, wegzufahren.

letztes wochenende war es endlich soweit.  ich fuhr nach halle zu einem chorleiterseminar der volkssolidarität. das war allerdings ein laienseminar und ich habe jetzt nicht so sehr viel dazugelernt. aber es schadet auch nicht, den bezug zur basis zu behalten und ich habe ein paar nette leute kennengelernt. zusätzlichen reiz bot der veranstaltungsort des seminars: das maritimhotel. wer schlägt schon ein kostenloses wochenende in einer 4-sterne-unterkunft mit vollpension aus?

geleitet wurde das seminar von rolf schneider, der für seine 81 jahre erstaunlich vital wirkt, manchmal ein wenig zu sehr. er fährt schnell aus der haut und jede frage entfesselt einen mindestens zehnminütigen monolog, in dem die antwort nicht unbedingt enthalten sein muss. er hat uns auch die organisation des chortreffens im juni dargelegt und ich bin gespannt, ob das funktioniert. es klang gut durchdacht, aber das ist es in der theorie ja meistens.

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am sonntag fuhr ich weiter nach dresden, wo ich ein paar wunderbare tage verbrachte. ich besuchte zuerst meine tante, die mir einen blick hinter die kulissen der oper ermöglichte, allerdings nur soweit die vorschriften es erlaubten und die erlauben nur die garderoben und die kantine.

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am montagabend waren wir dann als besucher in der oper und haben uns das dresden-requiem von lera auerbach angehört, eine auftragskomposition anlässlich des jahrestages der bombariderung dresdens.

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da meine tante und mein onkel zur arbeitenden bevölkerung gehören, konnten die sich natürlich nicht ständig um mich kümmern. also war ich allein in der stadt unterwegs. im albertinum habe ich mir zeitgenössische kunst angesehen, die eine breite palette von tiefsinnig bis absolut unsinnig (sowas denkt natürlich nur der ungebildete laie) abdeckt.

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im historischen grünen gewölbe konnte ich dann meine vorstellungskraft trainieren. es war schon beeindruckend, eine so große ansammlung von handwerklichen meisterleistungen zu sehen. es ist schon eine kunst, gebrauchsgegenstände so zu artifizieren, dass sie absolut nutzlos werden. die audioguides reden von prunkvollen räumen, in denen sich das licht tausendfach spiegelt und in denen die vielen kunstwerke in überwältigender pracht glänzen. sich das vorzustellen erfodert ein bisschen fantasie in diesen halbdunklen räumen mit geschlossenen fensterläden, in denen ein großteil der konsolen und regale leer ist. sehenswert ist es aber allemal.

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mittwoch und donnerstag besuchte ich eine schulfreundin, die in dresden chemie studiert. so lernte ich die uni und vor allem das chemielabor kennen, allerdings, wie ich mir habe sagen lassen, in einem unrealistischen zustand, denn es war sauber und aufgeräumt.

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am freitag wars dann vorbei mit der gemütlichkeit. um halb acht musste ich aufstehen, um meinen zug heimwärts zu kriegen. nach fünfeinhalb stunden fahrt kam ich in greifswald an und dann begann eine filmreife serie an missgeschicken. ich hatte mich erinnert, dass an jenem freitag die rückmeldefrist fürs folgesemester endet, also musste ich schleunigst online die rückmeldegebühr überweisen. bei meiner bank geht das mit einem tan-gerät. man steckt seine karte rein, gibt zwei zahlen ein und die tan wird ausgespuckt. von dem mistding waren aber plötzlich die batterien leer. ich wusste zum glück, wo ich ein ersatzgerät finde und nach zwanzig minuten war die überweisung fertig.

ich musste allerdings bald los nach stralsund zum flötenunterricht. also noch schnell die stücke aufgewärmt und nach fünf minuten bat mich meine mitbewohnerin, doch bitte leise zu sein, weil sie lernen müsse. ich konnte sie mit dem versprechen, in einer halben stunde weg zu sein, beruhigen. dann losstürmen zum zug. eigentlich wollte ich noch was essen, denn das letzte essen war mein frühstück um acht. zum glück gibts in stralsund am bahnhof einen mcdoof.

leider hatte ich mich zu früh gefreut, denn im zug stellte ich fest, dass mein portmonee noch zu hause auf dem schreibtisch lag. da saß ich nun hungrig im zug, ohne geld und ohne ticket. ich hatte glück und es kam kein schaffner.

in der musikschule angekommen musste ich meine lehrerin erst mal um geld anpumpen, was zum glück kein problem war. ich wollte zehn euro und bekam zwölf – zur sicherheit. als nächstes sah meine lehrerin, dass ich wohl in katzenscheiße getreten sein muss und zwar nicht zu knapp. so stand erst mal gemeinsames putzen an; ich putzte meine schuhe, sie den fußboden. gott sein dank hat diese frau humor. wieder mal glück gehabt.

nach dem unterricht setzte ich mich mit meinen geliehenen zwölf euro in den zug und fuhr richtung anklam. diesmal kam eine schaffnerin und ich musste ein ticket nachlösen. leider kostete es 12,20€. noch ein mal hatte ich glück: ich rief ins abteil, ob mir jemand zwanzig cent schenken möchte und tatsächlich fand sich sofort jemand. sogar noch mehr leute um mich herum wühlten in ihren portmonees. das fand ich beeindruckend.

schließlich kam ich in anklam an und konnte endlich was essen. dieser verflixte tag, der im rückblick doch ein guter tag war, nahm endlich ein ende. mehrmals war ich selbstverschuldet in schwierigkeiten und mehrmals haben mir (mehr oder weniger) fremde aus der patsche geholfen. dafür bin ich dankbar.

dieser tag hat übrigens noch einen epilog: ich hatte für heute zwei gottesdienstvertretungen angenommen und nichts vorher geübt, weil ich mich zwingen wollte, sowas mal ohne ewige vorbereitung zu machen. ich hatte nur noch den samstagnachmittag zum üben. leider musste ich feststellen, dass ich nichts zum üben mitgenommen hatte; kein gesangbuch, keine orgelnoten und einen schlüssel für die kirchen hatte ich auch nicht. also fuhr ich wieder nach greifswald, holte den ganzen kram und übte gleich dort.

die gottesdienste liefen ganz gut. jedenfalls hat sich niemand beschwert.

verantwortung zu tragen…

…kann echt anstrengend sein. wir sind als neuer fachschaftsrat noch nicht mal richtig im amt und schon haben wir probleme, denn irgendwas stimmt mit dem haushalt nicht. mit öffentlichen geldern um sich zu schmeißen ist nur halb so spaßig, wie es sich anhört, denn man muss jeden cent akribisch dokumentieren. leider sahen unsere vorgänger das eher lax und jetzt haben wir den ganzen mist am hals.

anscheinend hat niemand registriert, dass es irgendwie unlogisch ist, wenn man immer positiv wirtschaftet und die rücklagen trotzdem schrumpfen. wäre ja nur halb so schlimm, wenn es ein reiner rechenfehler wäre, aber das geld ist leider wirklich weg und wohin, weiß keiner. heute sind wir erstmal zum asta (allgemeiner studierendenausschuss) gegangen und haben uns erklären lassen, wie man so einen haushalt richtig aufstellt. das wissen um diese hohe kunst scheint in den letzten drei oder vier amtsperioden verlorengegangen zu sein.

ich hatte es ja irgendwie geahnt. kaum sind wir mal am drücker, kommen die großen probleme.

während andere…

…noch prüfungen haben und für klausuren lernen müssen, kann ich mich endlich ein wenig zurücklehnen. nach dem vordiplom gönne ich mir mal ein prüfungsfreies semester. ich hätte anfang des semesters ein blockseminar belegen und jetzt meine liturgik-prüfung machen können, aber da hatte ich irgendwie keine lust drauf. ich weiß, dass ich mich ein jahr später darüber ärgern werde.

die vergangene woche war ereignisreich und ausnahmsweise waren die meisten termine sehr angenehm. am montag hat mein klavierlehrer alle seine schüler zum abendessen zu sich nach hause eingeladen. erst gab es leckeres essen und danach haben wir noch einen  film geguckt. der musste natürlich mit klavieren zu tun haben und so fiel die wahl auf “shine – der weg ins licht”. es war ein toller film über den pianisten david helfgott, der wegen einer psychischen krankheit ständig auf der grenze zwischen genie und wahnsinn balanciert. eine große rolle spielte dabei das dritte klavierkonzert von rachmaninow, mit dem helfgott sein großes debut hatte. es hat sich inzwischen herausgestellt, dass helfgott im mai in leipzig mit ebenjenem klavierkonzert auftritt.

am mittwochabend fand ein konzert im hinblick auf den 60. geburtstag unseres musikwissenschaftsprofs statt und alle mitarbeiter des instituts haben einen beitrag geleistet. der abend drehte sich hauptsächlich um die forschungsschwerpunkte unseres profs: heinrich schütz und richard strauss. von ersterem gab es motetten und kleine geistliche konzerte, von letzterem hauptsächlich lieder, aber auch der kammerchor hat eine motette von strauss gesungen. pragmatischerweise war es “die göttin im putzzimmer”, da sie die einzige achtstimmige war. die anderen waren alle sechzehnstimmige monumentalwerke. diese dinger sind ziemlich schwer, weil strauss sich sehr fantasievoll in den tonarten bewegt und stimmlich sehr in die extreme geht. die aufführung vom kammerchor war nicht gerade cd-reif.

wegen meiner kehlkopfentzündung konnte ich ja nun nicht mitsingen und ich hatte mich schon auf einen entspannten abend als zuhörer gefreut. es kam allerdings anders. mittags fand noch ein letztes vorspiel im institut statt und das habe ich genutzt, um  ein stück von p.d.q. bach endlich abzuschließen, das ich zum semesteranfang mal mehr oder weniger aus spaß begonnen hatte. danach kam von modeß das angebot: “heute abend gleich noch mal?”

ich war mir nicht sicher, ob es klug war, aber ich nahm an. allein schon wegen der gelegenheit, an einem sehr guten (und sehr teuren) steinway-flügel zu spielen. trotz der aufregung und des zeitdrucks (ich musste mich am nachmittag ja wenigstens mal mit dem guten stück bekannt machen) war es ein genuss, daran zu spielen. so eine präzision hatte ich noch nie erlebt. nach dem konzert gabs natürlich noch eine aftershowparty mit buffet und getränken.

das mittagsvorspiel wurde übrigens auch gleich als photoshooting genutzt. meine hände werden dann vielleicht mal auf einer broschüre des instituts auftauchen. “die finger schön krümmen, das sieht sonst nicht aus!”

den donnerstag verbrachten wir zusammen mit rostocker studenten und chorleitern aus der gegend bei einem blockseminar über kinderchorleitung, geleitet von robert göstl, dem ersten professor für das singen mit kindern. es war sehr interessant und äußerst unterhaltsam. ich habe mich ein wenig gefühlt wie bei michael mittermeier, denn dialekt und art der gags waren sehr ähnlich.

abends hatten wir unsere abschlussveranstaltung im rezitativdirigieren. das ist sozusagen der beginn unserer orchesterleitungsausbildung, wo wir lernen, barocke rezitative zu dirigieren und das ist gar nicht so einfach. man muss einerseits entscheidungen über die genaue gestaltung treffen und das auch dem orchester vermitteln, aber andererseits muss man sich vor allem im tempo nach dem solisten richten. der unterricht fand sonst immer am klavier statt (einer schlägt, einer singt, einer bis zwei spielen), aber den abschluss bildete die arbeit mit einem streicherensemble. das ist irgendwie noch mal was ganz anderes, wenn man statt ein bis zwei plötzlich acht menschen anleiten soll.

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der freitag begann mit einer zwanzigminütigen klavierstunde, in der ich mit meinem lehrer mozart vierhändig vom blatt gespielt habe. (nicht der lehrer heißt mozart, sonden die stücke waren von mozart.) ich habe beim blattspielen die auffassungsgabe und das reaktionsvermögen eines narkotisierten faultiers und so war es doch recht unterhaltsam. weiter ging es mit dem chorpraxisseminar, wo wir in vorbereitung auf einzelstimmenproben bachs h-moll-messe gespielt haben. zu viert an zwei klavieren,  jeder eine stimme. unglaublich, was da alles schief laufen kann. aber so lernt man gleich die problemstellen kennen, denn die erfahrung zeigt, dass das was am klavier schief geht, auch beim singen schwer fällt.

mittags stand dann noch eine kleine chorleitungsprüfung an und danach gabs gemeinsames pizzaessen inklusive sekt und nachtisch. das hätte ein so schöner abschluss sein können, aber nein, abends gabs von sechs bis acht noch tonsatzunterricht. es gibt schöneres, aber wir haben uns die stunde mit einer prise chauvinismus aufgepeppt.

jetzt muss ich noch die nächste woche überstehen. ein paar unterrichtsstunden müssen nachgeholt werden, ich muss einigen prüfungen beiwohnen und da ich jetzt auch noch mitglied des fachschaftsrates bin, kommen sicherlich noch ein paar einarbeitungsprozeduren auf mich zu.

jetzt muss ich nur noch alle meine termine der nächsten zwei monate in eine sinnvolle ordnung bringen. auf der liste stehen besuche in halle, dresden, eisenach, berlin, rostock und buxtehude.

gute vorsätze…

…sind eigentlich nicht so mein fall. um so gewichtiger sind sie, wenn ich mir mal welche mache und der größte vorsatz für 2012 war sport zu treiben. und heute habe ich es tatsächlich geschafft. mit zwei kommilitonen bin ich in ein kleines fitnessstudio gegangen und sie haben mich gute zwei stunden in diversen übungen unterwiesen. meine arme fühlen sich an wie gummi. sehr schweres gummi. jetzt gilt es, den muskelkater über die nächsten tage zu überleben. das wird das orgel- und flötespielen und vor allem das dirigieren nicht gerade leichter machen.

eigentlich wollte ich damit schon im dezember anfangen, aber dann kam erst mal die kehlkopfentzündung dazwischen und da habe ich gerade mal die unisachen auf die reihe gekriegt. nach weihnachten werden jetzt noch alle termine abgefeiert, die im dezember keinen platz hatten: semesterabschlussvorspiele, prüfungen und diverse andere abendfüllende ereignisse. das nächste training muss also bis samstag warten.

die kehlkopfentzündung ist schon nahezuabgeheilt. ich darf sogar wieder ein bisschen singen und das sprechen geht auch schon fast wieder normal. nach zwei monaten endlich ein lichtblick.

die letzte kantate…

…vom weihnachtsoratorium ist gesungen. ich konnte wieder leider nur zuhören, aber es hat unglaublichen spaß gemacht. die freude am musizieren war förmlich greifbar.

für alle ausführenden fand dann noch eine nachfeier statt und auf anchfrage diverser leute bin ich auch noch mitgekommen. es gab zu essen und zu trinken, nur konnte ich mcih leider nciht so an den gesprächen beteiligen. jeder musiker bekam außerdem einen “wo-orden” und zwar in der reihenfolge, wie sie in der partitur stehen. sogar ich bekam einen “kehlkopf-schutz-orden”. mein auftritt war ja leider durch höhere gewalt vereitelt worden.

sogar jeder chorsänger bekam einen orden und so konnten wir alle hochdekoriert das wirklich gelungene projekt ausklingen lassen.

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