die letzten prüfungen…

…sind vorbei und damit habe ich das vordiplom bestanden.

dienstag, 4.10.

  • orgelbaukunde (15min): 1,3

mittwoch, 5.10.

  • instrumentenkunde/akustik (15min): 1,0

donnerstag, 6.10.

  • liturgik (15min): 1,0

montag, 10.10.

  • musikgeschichte (15min): 1,0

die noten sind alle viel zu gut, als dass sie wahr sein könnten. unter berücksichtigung aller gewichtungen ergibt sich ein notenschnitt von 1,4.

ich habe länger…

…nicht so recht von mir hören lassen. der grund: neben einer silberhochzeit, die ich morgen spielen muss und fahrschule war ich noch auf wohnugssuche in greifswald. war, denn sie ist abgeschlossen. nach unzähligen anfragen, einigen besichtigungsterminen und vielen absagen habe ich eine wg ganz in der nähe des musik-instituts gefunden. sie war die letzte, die nach drei wochen suche übrig blieb. natürlich, ich hätte weitersuchen können. aber es kann fast nur noch teurer werden oder die lage ist nicht so toll. oder beides. die wohnungslage ist in greifswald ziemlich schwierig und ich wollte das ganze auch noch vor meiner zahn-op und vor dem großen engpass im september wenn die zvs-bewerber dazukommen, hinter mir haben. das ganz hing bis zuletzt in der schwebe, denn gestern, als wir den übergabetermin ausgemacht hatten, hatte sich eine mitbewohnerin gemeldet. sie wüsste gar nichts davon und wollte auch, dass die wg eine reine frauen-wg bleibt. ich weiß nicht, was richtig ist; ob die eine tatsächlich nicht bescheid gesagt oder die andere etwas nicht mitbekommen hatte. ich habe mich vor dem vertragstermin mit besagter mitbewohnerin auf einen kaffee in der stadt getroffen und jetzt, da sie mich ein wenig kennt, hat sie auch kein problem mehr mit meinem einzug. um 12:00 uhr habe ich den vertrag unterschrieben und die schlüssel zur ersten mietwohnung meines lebens bekommen.

gestern erlebten wir…

…unseren größten und letzten tag als schüler. um 10:00 uhr begann die feierliche vergabe der abiturzeugnisse. den kulturellen rahmen lieferten der außerordentlich mittelmäßige schulchor und eine nur wenig bessere schülerband. unser schulleiter hielt eine ziemlich lange aber sehr gute rede, in der er leistungen einzelner aber auch des gesamten jahrgangs lobte. auch meine große schwester (abi 04) meinte, dass er von uns geschwärmt hat wie von keinem anderen jahrgang.

“liebe abiturientinnen und abiturienten, hiermit entlasse ich sie aus dem lilienthal-gymnasium anklam. ich wünsche ihnen für ihr leben gesundheit, erfolg und glück.”

nachdem er mit diesem satz seine rede beendete, wurden wir in siebener- oder achtergruppen nach vorn gerufen und bekamen unsere zeugnisse überreicht. dabei wurden auch besondere leistungen hervorgehoben. einige von uns bekamen wegen ihres guten physik-abis eine einjährige kostenlose mitgliedschaft in der deutschen physikalischen gesellschaft geschenkt. ich habe wegen meines starken schulischen engagements anteil an einer kollektivprämie (10€ – also eher ein zeichen) und werde wegen meiner guten leistungen von der schule für die bewerbung beim cusanuswerk vorgeschlagen. und hier ist es nun:

Abizeugnis

682 punkte in der gesamtqualifikation und damit ein durchschnitt von 1,6. ich hätte nicht gedacht, dass ich sowas schaffe.

um 18:30 uhr begann nach einem fototermin mit dem nordkurier unser abiball. mit dem einmarsch und dem auftanz war dann die größte spannung überwunden. alle setzten sich an ihre tische und es begann das kulturprogramm, das wir selbst gestalteten. ich saß kaum am tisch, ich stand mehr auf der bühne, teils solistisch, teils in der gruppe. um dann die zeit bis zur eröffnung des büffets zu überbrücken, wurden die abizeitungen ausgeteilt. um einen freund, der maßgeblich an erstellung, layout und druck beteiligt war, zu zitieren: “unsere abizeitung ist so geil, ich könnt mich anfassen.”

Abizeitung

und genau der meinung bin ich auch. so gegen 21:00 uhr gabs dann endlich was zu essen. währenddessen baute die showband auf und es wurden weitere programmpunkte vorbereitet, von denen ich nichts wusste und die wohl allem anschein nach sehr kurzfristig zusammengezimmert wurden. unsere lehrer wurden mit kurzen gedichten geehrt und bekamen kleine geschenke überreicht und es wurde ein kurzer film gezeigt, auf dem einige momente aus den letzten unterrichtswochen festgehalten wurden. und kaum zu glauben, aber ich habe tatsächlich getanzt – für meine verhältnisse sogar überdurchschnittlich viel. gegen 2:00 uhr wurde die musik schlechter und wir beschlossen, nach hause zu gehen. es war ein rundum gelungener tag und ein toller abschluss einer tollen zeit.

fürchterlich unausgeschlafen…

…kam ich um 9:00 uhr in greifswald am institut für kirchenmusik und musikwissenschaft an. ich wäre noch viel müder gewesen, wenn ich nicht so angespannt gewesen wäre. aufnahmeprüfung. kaum war ich da, begannen wir auch schon mit der theorie-klausur. eine beschauliche runde. ich habe nicht gezählt. vielleicht zehn oder zwölf. und ich als einziger bewerber für kirchenmusik. die anderen machen musik-bachelor. meine prüfung ist schwerer als die der anderen. die klausur ging ganz gut. intervalle und tonleitern schreiben, tondiktat, so zeugs. dann der praktische teil. für die anderen nur klavier, für mich auch orgel. die orgelsachen hab ich ziemlich verkackt. ich war so scheiße nervös. aus zeitgründen wurde ein stück gestrichen. irgendwie klappt kein zeitplan, der von einem kirchenmusiker aufgestellt wurde. der klavierteil lief ganz gut. aber dann kam noch ein orgelstück, dass ich vom blatt spielen sollte und plötzlich konnte ich keine noten mehr lesen. dann hieß es warten bis zum nächsten praktischen teil. gesang und gehör. die schienen ganz angetan von mir zu sein. tonleitern und intervalle singen und spontan einen geklatschten rhythmus ergänzen. dann noch die zwei lieder. das lief ziemlich gut. und dann wieder warten. dann noch ein abschließendes gespräch mit der kommission. “warum wollen sie kirchenmusik studieren?” das wars schon. dann wieder warten. nie verging die zeit so langsam. ich wurde zuletzt ins büro des institutsleiters gerufen. “herzlichen glückwunsch. wir haben einen kirchenmusiker mehr.” ich hab einen studienplatz. ich bin student.

es ist 8:00 uhr morgens…

…und eine horde bekloppter versammelt sich vor der schule und macht einen heiden lärm. eine knappe stunde später, ziehen 75 leute lärmend und größtenteils ziemlich dämlich angezogen durch die anklamer innenstadt und verstopfen die straßen. nein, es ist keine ver.di- oder gew-demo, die angehenden abiturienten des anklamer gymnasiums feiern ihren letzten schultag. ich gehörte ebenfalls zu dieser horde bekloppter. an diesem einen tag unseres letzten schuljahres ließen wir die schule ein letztes mal schule sein, bevor wir dann in den kommenden tagen über mehrere stunden in klausur analysieren, interpretieren, diskutieren und rechnen müssen.
unser umzug durch die stadt dauerte etwa eine dreiviertelstunde. wir alle hatten unsere abi-t-shirts, mit unserem motto “mafiabi – unser größter coup seit 12 jahren”, an. die meisten wollten noch etwas auffälliger sein und haben sich die haare gefärbt, bunte röcke bzw kilts angezogen oder hatten sehr merkwürdige hüte auf. einige hatten auch ihre schulmappe aus der ersten klasse oder ihre schultüte von der einschulung dabei. unsere tutoren waren natürlich auch dabei, mussten jedoch nicht laufen, sondern wurden in einem oldtimer chauffiert. sie fuhren an der spitze unseres zuges, gleich hinter dem polizeiauto, das immer eine straßenseite für uns sperrte. als wir wieder bei der schule ankamen, musste der spaß erstmal zurückgenommen werden, denn wir mussten alles für unser programm auf dem schulhof aufbauen. die tänzer übten noch mal ihre tänze und es wurden letzte abaprachen bezüglich programmablauf und tontechnik getätigt. der prinzipielle ablauf des programms ist tradition und jedes jahr gleich: die veranstaltung beginnt, indem der abiturjahrgang die klassenräume stürmt, mit bonbons schmeißt und so alle schüler aus dem unterricht auf den schulhof holt. dann beginnt das programm mit dem inszenierten einzug der abiklassen und der tutoren. es gibt ein paar paar gags, es gibt tänze und es gibt wettbewerbe, in die die lehrer eingebunden sind, wobei sie sich immer wieder zum löffel machen. nach dem lustigen teil des programms wird eine kurze abschlussrede von unseren eigenen leuten gehalten, in denen noch einmal unsere zeit am gymi zusammengefasst wird. danach treten alle nacheinander in zweier- oder dreiergruppen vor die tutoren und verbeugen sich.
schon vor beginn des programms zeigten sich die ersten probleme. der demographische wandel hatte uns einen strich durch die rechnung gemacht. es gibt einfach nicht mehr so viele klassen wie früher. wir mussten erst mal räume suchen, in denen überhaupt noch unterricht war. viele lehrer hatten ihre klassen auch schon vorher rausgeschickt. ich glaube, im ganzen haus gab es nur noch zwei oder drei klassenräume, in denen wir den unterricht stören konnten. das war schon mal doof. wir ließen uns die laune aber nicht vermiesen. der inhalt des programms muss jedes jahr passend zum motto neu erfunden werden. das ist unserem kommitee für den letzten schultag gut gelungen. unser jahrgang besteht aus drei klassen und so waren wir drei mafia-gruppierungen: die italienische, die russische und die amerikanische mafia und unsere tutoren waren die jeweiligen clan-chefs. die einzelnen gruppen mussten dem obersten paten (also unserem schluleiter) in prüfungen beweisen, ob sie zu guten mafiosi ausgebildet wurden. die prüfungen waren:

  1. der drogenschmuggel: die drei kontrahenten bekamen handschellen angelegt und mussten mussten einen pfannkuchen mit extrem viel puderzucker so schnell wie möglich aufessen.
  2. das gemäldefälschen: hier traten die kunstlehrer stellvertretend für die klassen gegeneinander an. auch sie bekamen handschellen angelegt und ein stirnband mit einem pinsel vorne dran aufgesetzt. dann hatten sie drei minuten zeit, auf einer großen leinwand die mona-lisa möglichst originalgetreu zu kopieren.
  3. russisch-ei-roulette: drei schüler bekamen schutzanzüge an. jeweils ein lehrer musste ihnen dann ein ei auf dem kopf schlagen. war es roh, hatte der schüler verloren.
  4. banküberfall: hier mussten die tutoren in betonschuhen (leere blumentöpfe mit eingeklebten badelatschen) einen kleinen hindernisparcours durchqueren und in zwei minuten so viele kleine “geldsäcke” wie möglich mitnehmen.

es gab auch gute tanzeinlagen und der höhepunkt der veranstaltung war ein schüler, der als marilyn monroe verkleidet aus einer papp-torte gesprungen ist und für unseren oberpaten getanzt hat.
ebenso tradition wie die abschlussrede und die verbeugung ist das lehrer-café. alle lehrer waren nach dem programm zu kaffee und kuchen eingeladen.

am frühen abend gings dann nach pinnow, ein kleines dorf in der nähe von anklam mit badesee und einer jugendherberge. dort hat der ganze jahrgang noch gefeiert. es wurde gegrillt, getrunken und später auch lieder am lagerfeuer gesungen. sogar unsere tutoren kamen für ein paar stunden vorbei.

der letzte schultag ist sehr schnell vorbeigezogen. die ganze dimension dieses ereignisses haben wir, glaube ich, noch gar nicht begriffen. die jahre davor war es immer nur eine willkommene abwechslung im unterrichtsalltag, wenn “die großen” ihr programm gemacht haben. plötzlich sind wir “die großen” und es war keine abwechslung, sondern der abschluss.

heute um 14:15 uhr…

…ging mein letzter regulärer schultag zuende. ab montag habe ich nur noch konsultationen, bzw. am dienstag, denn am montag habe ich keinen prüfungsrelevanten unterricht. in dieser woche habe ich sechs unterrichtsfächer aus meinem leben verabschiedet: sozi, geschichte, chemie, physik, schulchor und geo. mein stundenplan ist jetzt von 34 auf 14 wochenstunden zusammengeschrumpft. es geht rasant dem ende entgegen.

zwei jahre…

…hin und her gondeln zwischen anklam und greifswald (auch wenns nur alle sechs monate für drei tage war) haben früchte getragen. mit der heute bestandenen d-prüfung habe ich einen richtigen kirchenmusikalischen qualifikationsgrad erworben, wenn auch den untersten. die prüfung lief nicht meisterlich, besonders liturgie und literaturspiel nicht, aber insgesamt war ich besser, als ich vermutet hätte. immerhin ein punkt auf der laaaangen to-do-liste ist abgehakt.

in ostvorpommern…

…wird gerade ermittelt, wer neuer landrat wird. meine erste wahl, da man hier mit 16 wählen darf. die auszählung läuft noch. wahlbeteiligung: 34,1% (zum momentanen stand der auszählung). ziemlich traurig. die npd hat zum wahlboykott aufgerufen, weil sie keinen kandidaten stellen durfte. das wurde, so weit ich weiß, mit dem beamtengesetz begründet, nach dem jeder beamte sich zur verfassungstreue bekennen muss und was die npd eindeutig nicht tut. wie es aussieht, kommt es zu einer stichwahl zwischen cdu und linke.


noch 45 schultage bis zu den sommerferien in mv