während andere…

…noch prüfungen haben und für klausuren lernen müssen, kann ich mich endlich ein wenig zurücklehnen. nach dem vordiplom gönne ich mir mal ein prüfungsfreies semester. ich hätte anfang des semesters ein blockseminar belegen und jetzt meine liturgik-prüfung machen können, aber da hatte ich irgendwie keine lust drauf. ich weiß, dass ich mich ein jahr später darüber ärgern werde.

die vergangene woche war ereignisreich und ausnahmsweise waren die meisten termine sehr angenehm. am montag hat mein klavierlehrer alle seine schüler zum abendessen zu sich nach hause eingeladen. erst gab es leckeres essen und danach haben wir noch einen  film geguckt. der musste natürlich mit klavieren zu tun haben und so fiel die wahl auf “shine – der weg ins licht”. es war ein toller film über den pianisten david helfgott, der wegen einer psychischen krankheit ständig auf der grenze zwischen genie und wahnsinn balanciert. eine große rolle spielte dabei das dritte klavierkonzert von rachmaninow, mit dem helfgott sein großes debut hatte. es hat sich inzwischen herausgestellt, dass helfgott im mai in leipzig mit ebenjenem klavierkonzert auftritt.

am mittwochabend fand ein konzert im hinblick auf den 60. geburtstag unseres musikwissenschaftsprofs statt und alle mitarbeiter des instituts haben einen beitrag geleistet. der abend drehte sich hauptsächlich um die forschungsschwerpunkte unseres profs: heinrich schütz und richard strauss. von ersterem gab es motetten und kleine geistliche konzerte, von letzterem hauptsächlich lieder, aber auch der kammerchor hat eine motette von strauss gesungen. pragmatischerweise war es “die göttin im putzzimmer”, da sie die einzige achtstimmige war. die anderen waren alle sechzehnstimmige monumentalwerke. diese dinger sind ziemlich schwer, weil strauss sich sehr fantasievoll in den tonarten bewegt und stimmlich sehr in die extreme geht. die aufführung vom kammerchor war nicht gerade cd-reif.

wegen meiner kehlkopfentzündung konnte ich ja nun nicht mitsingen und ich hatte mich schon auf einen entspannten abend als zuhörer gefreut. es kam allerdings anders. mittags fand noch ein letztes vorspiel im institut statt und das habe ich genutzt, um  ein stück von p.d.q. bach endlich abzuschließen, das ich zum semesteranfang mal mehr oder weniger aus spaß begonnen hatte. danach kam von modeß das angebot: “heute abend gleich noch mal?”

ich war mir nicht sicher, ob es klug war, aber ich nahm an. allein schon wegen der gelegenheit, an einem sehr guten (und sehr teuren) steinway-flügel zu spielen. trotz der aufregung und des zeitdrucks (ich musste mich am nachmittag ja wenigstens mal mit dem guten stück bekannt machen) war es ein genuss, daran zu spielen. so eine präzision hatte ich noch nie erlebt. nach dem konzert gabs natürlich noch eine aftershowparty mit buffet und getränken.

das mittagsvorspiel wurde übrigens auch gleich als photoshooting genutzt. meine hände werden dann vielleicht mal auf einer broschüre des instituts auftauchen. “die finger schön krümmen, das sieht sonst nicht aus!”

den donnerstag verbrachten wir zusammen mit rostocker studenten und chorleitern aus der gegend bei einem blockseminar über kinderchorleitung, geleitet von robert göstl, dem ersten professor für das singen mit kindern. es war sehr interessant und äußerst unterhaltsam. ich habe mich ein wenig gefühlt wie bei michael mittermeier, denn dialekt und art der gags waren sehr ähnlich.

abends hatten wir unsere abschlussveranstaltung im rezitativdirigieren. das ist sozusagen der beginn unserer orchesterleitungsausbildung, wo wir lernen, barocke rezitative zu dirigieren und das ist gar nicht so einfach. man muss einerseits entscheidungen über die genaue gestaltung treffen und das auch dem orchester vermitteln, aber andererseits muss man sich vor allem im tempo nach dem solisten richten. der unterricht fand sonst immer am klavier statt (einer schlägt, einer singt, einer bis zwei spielen), aber den abschluss bildete die arbeit mit einem streicherensemble. das ist irgendwie noch mal was ganz anderes, wenn man statt ein bis zwei plötzlich acht menschen anleiten soll.

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der freitag begann mit einer zwanzigminütigen klavierstunde, in der ich mit meinem lehrer mozart vierhändig vom blatt gespielt habe. (nicht der lehrer heißt mozart, sonden die stücke waren von mozart.) ich habe beim blattspielen die auffassungsgabe und das reaktionsvermögen eines narkotisierten faultiers und so war es doch recht unterhaltsam. weiter ging es mit dem chorpraxisseminar, wo wir in vorbereitung auf einzelstimmenproben bachs h-moll-messe gespielt haben. zu viert an zwei klavieren,  jeder eine stimme. unglaublich, was da alles schief laufen kann. aber so lernt man gleich die problemstellen kennen, denn die erfahrung zeigt, dass das was am klavier schief geht, auch beim singen schwer fällt.

mittags stand dann noch eine kleine chorleitungsprüfung an und danach gabs gemeinsames pizzaessen inklusive sekt und nachtisch. das hätte ein so schöner abschluss sein können, aber nein, abends gabs von sechs bis acht noch tonsatzunterricht. es gibt schöneres, aber wir haben uns die stunde mit einer prise chauvinismus aufgepeppt.

jetzt muss ich noch die nächste woche überstehen. ein paar unterrichtsstunden müssen nachgeholt werden, ich muss einigen prüfungen beiwohnen und da ich jetzt auch noch mitglied des fachschaftsrates bin, kommen sicherlich noch ein paar einarbeitungsprozeduren auf mich zu.

jetzt muss ich nur noch alle meine termine der nächsten zwei monate in eine sinnvolle ordnung bringen. auf der liste stehen besuche in halle, dresden, eisenach, berlin, rostock und buxtehude.

gute vorsätze…

…sind eigentlich nicht so mein fall. um so gewichtiger sind sie, wenn ich mir mal welche mache und der größte vorsatz für 2012 war sport zu treiben. und heute habe ich es tatsächlich geschafft. mit zwei kommilitonen bin ich in ein kleines fitnessstudio gegangen und sie haben mich gute zwei stunden in diversen übungen unterwiesen. meine arme fühlen sich an wie gummi. sehr schweres gummi. jetzt gilt es, den muskelkater über die nächsten tage zu überleben. das wird das orgel- und flötespielen und vor allem das dirigieren nicht gerade leichter machen.

eigentlich wollte ich damit schon im dezember anfangen, aber dann kam erst mal die kehlkopfentzündung dazwischen und da habe ich gerade mal die unisachen auf die reihe gekriegt. nach weihnachten werden jetzt noch alle termine abgefeiert, die im dezember keinen platz hatten: semesterabschlussvorspiele, prüfungen und diverse andere abendfüllende ereignisse. das nächste training muss also bis samstag warten.

die kehlkopfentzündung ist schon nahezuabgeheilt. ich darf sogar wieder ein bisschen singen und das sprechen geht auch schon fast wieder normal. nach zwei monaten endlich ein lichtblick.

die letzte kantate…

…vom weihnachtsoratorium ist gesungen. ich konnte wieder leider nur zuhören, aber es hat unglaublichen spaß gemacht. die freude am musizieren war förmlich greifbar.

für alle ausführenden fand dann noch eine nachfeier statt und auf anchfrage diverser leute bin ich auch noch mitgekommen. es gab zu essen und zu trinken, nur konnte ich mcih leider nciht so an den gesprächen beteiligen. jeder musiker bekam außerdem einen “wo-orden” und zwar in der reihenfolge, wie sie in der partitur stehen. sogar ich bekam einen “kehlkopf-schutz-orden”. mein auftritt war ja leider durch höhere gewalt vereitelt worden.

sogar jeder chorsänger bekam einen orden und so konnten wir alle hochdekoriert das wirklich gelungene projekt ausklingen lassen.

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ein neues jahr…

…ist da. das ist schon mal unbequem, weil ich jetzt wieder drei mal nachdenken muss, wenn ich irgendwo ein datum hinschreiben muss. weihnachten war schön wie immer, ich habe ein paar schulfreunde getroffen, konnte das weihnachtskonzert vom schulchor besuchen, das ganz in ordnung war und wieder meinen ehrgeiz angestachelt hat, eines tages mehr aus diesen schülern rauszuholen. die schüler sahen nicht aus, als ob ihnen das musikmachen spaß macht. das muss sich doch ändern lassen.

ich wurde zu weihnachten reich beschenkt mit lauter nützlichen sachen. letztes jahr war ich ein wenig geknickt, weil ich keinen pullover bekommen habe, um so mehr habe ich mich über den diesjährigen gefreut. außerdem gabs ncoh einen handlichen terminkalender, damit ich meine ganzen absprachen besser auf die reihe kriege, geld für eine magnetpinnwand, damit die vielen losen zettel nicht mehr auf dem schreibtisch oder fußboden rum[f]liegen und ein teestick, damit der lose tee nicht in der tasse rumschwimmt. teetrinken ist die übersprunghandlung schlechthin, wenn man keine lust hat üben zu gehen. am meisten spaß habe ich allerdings an meinem neuen taktstock. damit fühl ich mich unglaublich professionell.

den jahreswechsel habe ich zusammen mit meinen eltern in rostock bei meiner schwester und ihrem freund verbracht. sie wohnen jetzt in einer hübschen neubauwohnung im fünften stock. ohne fahrstuhl. da überlegt man sich zwei mal, ob man alles dabei hat, bevor man hoch oder runter geht. aber die aussicht war toll. wir konnten um mitternacht auf dem balkon mit sekt anstoßen und genossen die aussicht auf die immer größeren und zahlreicheren feuerspiele. aber natürlich mussten wir auch zeigen, dass wir da sind und verheizten eine menge geld, größtenteils meins. ich werd bei sowas immer schwach.

ein wenig überschattet wurden die feiertage von meiner anhaltenden kehlkopfentzündung. sprechen geht nur begrenzt und singen gar nicht. und das schon seit vier wochen. man fühlt sich sehr isoliert, wenn man in fröhlicher runde nur schweigend dabeisitzen kann. gerade singen bringt für mich den größten spaß im studium und gerade das bleibt mir nun verwehrt, aber ich darf nichts riskieren. die gefahr bleibender schäden ist zu hoch. ich habe mir sagen lassen, dass es noch ein bis zwei monate dauern kann, bis alles verheilt ist. eigentlich wollte ich ja an neujahr im dom bei der vierten und fünften kantate vom weihnachtsoratoratorium die soli übernehmen, aber das musste ich nu absagen. ich hatte erst einige tage vorher abgesagt, als mir klar wurde, dass das nichts wird und stand sogar noch im programm. ich habe es mir aber mit meinen eltern angehört und mein vertreter war recht gut anzuhören. ich bekam dann noch einige liebe genesungswünsche von domchormitsängern.

die nächsten tage muss ich mir noch überlegen, wie ich meine chorarbeit ohne singen gestalte. klavierspielen ist nun nicht gerade meine stärke, aber irgendwie muss ich mich drauf einrichten.